Bereiche

Paddeltour quer durch Norditalien

Eine Paddeltour quer durch Norditalien 2011

Geschrieben von Christel Grundheber

Bilder gibt es in der Foto-Galerie

Mit dem Auto und dem Kajak auf dem Dach fahre ich  über den Gotthardtunnel nach Pavia zum Campingplatz . Von dort soll es also auf dem Ticino losgehen. Ich sehe mir noch die Brücken an, und trotz niedrigen Wasserstandes sind alle Brücken relativ gut befahrbar.

Morgens um 7 Uhr fahre ich zur Einstiegsstelle, lade alles ab, fahre das Auto zum Campingplatz zurück, wo es die nächsten Wochen erstmal stehen wird.

Endlich setzte ich ein und paddele vorbei an Pavias Häuserfronten, an Fischern und Hausbooten. Vorbei an schönen Parkähnlichen Landschaften genieße ich die Ruhe auf dem Fluss. Plötzlich nach ca. 10 km mischen sich braune Schwebewolken und Schaum unter das vorher so klare Wasser und es fängt zu stinken.

Der Ticino ist in den Po geflossen.

Vorbei an einer jetzt eher eintönigen Flusslandschaft mit Kiesabbau paddele ich weiter und beschließe heute so weit wie möglich zu paddeln in der Hoffnung, dass die Wasserqualität wieder besser wird. Nach einer kurzen Mittagsrast an einem kleinen Restaurant mit Bootsanleger, es ist sehr heiß komme ich gegen Abend an Piacenza vorbei.

Die Wasserqualität ist immer noch sehr schlecht, ob das wohl an der vorherigen Trockenperiode liegt? Nach 92 km  lege ich bei Flusskilometer 338 an einem kleinem  Rasthof an, und habe hier die Möglichkeit mich im garten kalt mit dem Wasserschlauch abzuduschen.

Was für ein Genuss, klares kaltes sauberes Wasser.

Der Wirt erlaubt mir dort zu übernachten und nach einem Nuddelgericht und 2 Gläsern Wein geht es mir wieder besser und die Verständigung mit den Anwesenden sehr netten und hilfsbereiten Gästen  klappt auch irgendwie.Irgendwann gegen Morgen kehrt Ruhe ein und ich Schlafe tief und fest.

Morgens gegen 9 Uhr nach einem zum Entsetzten des Wirtes kräftigem Frühstück geht es weiter und oh Wunder das Wasser wird deutlich besser, der Gestank auch. Gegen Mittag erreiche ich S.Nazzarro , und da das dortige Restaurant zu hat fahre ich weiter zur Schleuse. Die Schleuse ist nicht in betrieb und kurzerhand ladet eine Gruppe junger Italiener mein Kajak und mich in Ihren Kleinlastwagen und wir  umfahren die Schleuse. Auf den Schultern tragen sie dann mein vollgeladenes Kajak über steile Eisentreppen wieder hinunter an den Fluss .Das hätte ich alleine nur Mühsam geschafft.

Immer wieder überrascht mich die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Italiener.

Der PO sieht jetzt wieder aus wie ein normaler Fluss und riecht auch wieder nach Fluss. Fahre an Cremona vorbei (der Ausstieg zum dortigen Campingplatz ist der mit den 2 senkrechten Stangen) und bei einer Rast an einem Ausflugslokal gönne ich mir mein erstes Eis und einen Cappuccino.

Es ist wieder sehr heiß und faul lasse ich mich vom Wasser treiben an zahlreichen Sandbänken und badenden vorbei bis ich am Abend nach 59 km auf einer Sandbank mein Zelt aufschlage und die Ruhe genieße, Schlafe lange und fahre erst gegen 9 Uhr los und treffe gegen 11 Uhr in Castelmaggiore ein.

Es ist schon wieder sehr heiß.

Im dortigen Club darf ich duschen, ein Genus. Es sind jetzt schon über 30 Grad. Sehe mir das kleine nette Städtchen an, und nach Einkauf und. Mittagessen lege ich mich in den Park in den Schatten. Gegen späten Nachmittag paddele ich weiter an schönen Landschaften, aber auch immer wieder an Industriegebieten mit Sandverladung vorbei. Das Flussufer ist jetzt deutlich kultivierter mit vielen kleinen Bootsanlegern, und gegen Abend nach 53 km suche ich mir wieder eine Sandbank auf der ich mein Zelt aufschlage und direkt einschlafe.

Am morgen geht es wieder weiter vorbei an vielen Sandbänken, bis ich in einer kleinen Seitenbucht anlege und nach einer Bar frage. Kurzerhand werde ich zu einem Cappuccino und Teilchen mit nach Hause genommen, die Menschen hier sind einfach unglaublich. Dasselbe passiert mir auch am Nachmittag wieder als ich an einem Bauernhof nach dem Nächsten Laden frage, der zu weit weg ist .und kurzerhand Brot und Schinken und natürlich Wein vorgesetzt bekomme.

Zum Abschlussbe komme ich noch ein Brot und eine Flasche Wasser mit. Gastfreundschaft hat hier noch einen ganz anderen Wert. Zurück am Fluss treffe ich ein deutsches Pärchen mit einem Kanu und zusammen paddeln wir weiter. Gegen Abend nach 53km legen wir an und die Einladung zum essen nehme ich gerne an.

Nach einem luxuriösen Essen, in so ein Kanu passt erstaunlich viel herein, falle ich in mein Zelt. In der Nacht regnet es und auch am Morgen und ich baue schnell mein Zelt ab und Sitze wieder im Kajak. Ringsum dunkle Wolken, starker Gegenwind und das anlanden bei der starken Strömung ist jetzt nicht ungefährlich. Gegen Mittag finde ich eine Bootsrampe zum anlanden, welch ein Luxus und Laufe in das nächste Dorf um in der Kneipe ein Panini und Eis zu Essen. Zurück beim Kajak sieht es immer noch sehr nach Gewitter aus und ich fahre bei starkem Gegenwind bis ich am Abend nach 50 km den Canoe Club Ferrara erreichen, wo es mir erlaubt wird auf dem Gelände zu zelten und zu duschen. Es gibt nur kalte duschen, aber da es inzwischen wieder extrem heiß ist es ein Genuss.

Als ich am nächsten morgen wieder ablegen will, nimmt mich eine Gruppe Italiener auf Ihrem Boot die nächsten 60 km bis Voltagrimana mit. Von dort paddele ich weiter auf dem jetzt sehr breiten Po , der sich hier im Delta in verschiedene Arme aufzuzweigen beginnt. Eine kleine Einfahrt links ins Schilf entpuppt sich als die Abbiegung dzum Po di Maestre der bis ans Meer führt. Durch Schilfdickiche und Bambusstauden führt ein schmaler Weg in ein Paradies für Fische und Vögel aller Art, und Schnacken! Gegen Abend erreiche ich nach ca 28 km Bocassette, das letzte Dorf vor dem Meer. Im dortigen Refugio schlafe ich mal wieder im Bett und lege einen Ruhetag ein. Wäsche waschen, essen, Boot säubern und faulenzen ist angesagt.

Dann geht es wieder weiter und nach einigen Kilometern erreiche ich das Meer.

Der Wellengang ist sehr stark und versuche erst entlang des Schilfes einen Weg zu finden, aber es ist Ebbe und es gibt jetzt nur den Weg entlang der Küste. Also zurück und ich muss jetzt schon fast kreuzen um überhaupt vorwärts zukommen bis ich endlich die Insel Albarella erreiche. Nach einer kurzen Rast geht es, entlang von Sandstränden voll belegt mit Liegestühlen und Badenden weiter die Küste hoch. Der Kulturschock ist etwas heftig und sehne mich  nach meinem ruhigen Po zurück. Gegen Abend erreiche ich nach ca.29 km Chioggia und finde einen Segelclub wo ich gegen Gebühr mein Kajak über Nacht lassen kann. Chioggia ist sehr sehenswert und gegenüber in Marina finde ich ein Zimmer für eine Nacht. Nach einem leckeren Abendessen falle ich todmüde in das Bett.

Morgens geht es wieder weiter, und erst erwische ich die falsche Ausfahrt, treffe aber dann ein Boot welches mir die Richtung anzeigt. Entlang der Lagune, nun geschützt vom Meer durch einen hohen Steinwall, fahre ich neben der Schifffahrtlinie vorbei an kleinen Lagunendörfchen bis ich kurz vor Venedig bin. Als ich eine Abkürzung über die Lagune nehmen will entlang eines Schifffahrtsweges stelle ich mal wieder fest dass ich mich doch auf dem offenen Meer befinde. Die Wellen werden wieder sehr hoch und ich schaffe es mit Mühe und Not mich zur Insel Giudecca durchzuschlagen die Gegenüber von Venedig liegt.Nach fast 31 km habe ich mein Ziel erreicht. Ich finde einen Bootshafen wo ich mein Kajak unterstellen kann und auch eine Unterkunft.

Mit dem Vaporetto sehe ich mir Venedig an, die Biennale ist gerade dort, und eines Nachmittags paddele ich auch mit meinem Kajak durch Venedig.  Später fahre ich mit dem Zug zurück nach Pavia und hole mein Auto nach Venedig, paddele mit dem Kajak zum Parkhaus(Tronchetto, allerdings zum aufladen nicht zu empfehlen, sehr hohe Außenmauern) lade es auf und verlasse Venedig.

Kajak Kajak Kajak

KVR Anpaddeln auf dem Rhein

Beim diesjährigen Anpaddeln am 20.3. auf dem Rhein starteten  5 Trierer Kanuten bei strahlendem Sonnenschein die 38 km Tour von Vallendar nach Remagen.

Mit insgesamt ca. 100 Kanuten aus zahlreichen Vereinen ging es zum Zwischenstopp nach Brohl, wo bei einer heißen Gulaschsuppe viele alte Kontakte aufgefrischt und neue geknüpft wurden.

Dann ging es gemütlich weiter bis zur bekannten Brückenruine von Remagen, unterwegs gab es für uns Moselaner immer wieder ungewohnt große Wellen, hervorgerufen durch den starken Schiffsverkehr auf dem Rhein.

Im Bootshaus des WSV Remagen gab es zum Abschluss leckeren Kaffee und Kuchen.

Es war ein gelungener Saisonauftakt. Gut organisiert vom Wassersportverein Remagen, der neben der hervorragenden Organisation für eine gute Verpflegung und unseren Rücktransport sorgte.

Allier und Loire – im Juni 2010

Ein Flussbericht von Christel Grundheber

Gestartet bin ich auf der Allier in Moulins (Der Campingplatz soll angeblich dieses Jahr renoviert werden). Die Allier ist ein eher kleiner Fluss mit vielen Sandbänken, viel unberührter Natur und einem Wehr das zu treideln war. Aber und zu sind fährt man an schönen kleinen Flusspromenaden vorbei. Für die Fahrt auf der Allier ist unbedingt ein PE-Boot zu empfehlen, da man immer mal wieder auf einer Sandbank strandet.

Nach ca. 58 km mündet die Allier  in die Loire.

Hier liegt Fourchambauld, der Campingplatz in der Stadt soll aber sehr laut sein. Habe auf der Insel gegenüber Fourchambauld wild gezeltet.

Weiter geht es durch ein Anglergebiet mit vielen Bänken bis nach 20 km la Charite -sur-loire rechts erscheint.

Unter der Brücke den rechten ausgewiesenen Bogen mit Schwall fahren, dahinter Steine.

Direkt nach links rüberziehen, da der Campingplatz auf der Insel liegt. Vom Ufer gehen Pfade bis zu den ersten Häusern, nach etwa 100 m erreicht man den Campingplatz. Sehr schön auf der Insel gelegen, das Schwimmbad soll angeblich auch im Sommer gefüllt sein.

La charite-sur Loire ist ein kleines Städtchen (eher Dorf, wie die meisten) mit vielen Antiquariaten in den Straßen. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Sehenswert auch die Kirche.Es gibt auch einen Supermarkt und einen Bahnhof. Sehr nett.

Weiter ging es in ein Naturschutzgebiet, wo ich in Poilly-sur-Loire einen Stopp eingelegt habe um einen Kaffee zu trinken und einzukaufen. Kleines altes Dorf mit kleinem mini Naturmuseum.(es regnete).

Hier gibt es auch einen Campingplatz aber keine Ahnung wie er ist.

Weiter geht es durch ein schönes langes Tal mit vielen Sandbänken, wilde Campingmöglichkeiten bis zur nächsten Brücke. Links auf dem Berg liegt eine Burg, am Ufer eine schöne Promenade und Campingplätze.

Die Brücke mit dem Naturwehr ist überspült und ich fahre weiter.

Jetzt manchmal Steine im Wasser (meistens in Ufernähe), aber kein Problem.

Erreiche nach 31 km Cosne-s-Loire ein größeres Städtchen, der Campingplatz liegt links und eine Rampe geht direkt vom Ufer hoch. Ein sehr nettes Städtchen mit vielen kleinen Kanälen, es gibt auch einen Kajakverein dort mit Übungsstrecke, ein kleines Museum und nette Leute.

Fahre am nächsten Morgen weiter bis zum Atomkraftwerk Belleville, umtrage es und gehe hinter der umtragungsstelle erstmal wieder meinen obligatorischen Morgenkaffe trinken (kleines Dorf mit schöner Promenade).

Nach 41 km erreiche ich Briare , es ist sehr heiß.

Anlanden direkt im Ort nicht möglich, ein Stück weiter geht es, quer die Böschung hoch (Achtung: Schlangen) auf einen schönen Platz (aber leider von meinen Vorgängern sehr verdreckt hinterlassen). Etwa 1 km durch den Wald bis zum Ort, sieht aus wie Klein-Venedig. Viele Kanäle und kleines Museum zum Kanalbau (Von hier geht ein Kanal quer durchs Land). Alle Einkaufsmöglichkeiten. Nachts ein Krötenkonzert , das mich auch tagsüber die nächsten Tage von rechts und links auf meiner Fahrt begleiten wird.

Morgens weiterfahrt nach Gien, schöne alte Stadt mit Kathedrale, Kaffe getrunken und Eis gegessen. Wieder sehr heiß.

Weiterfahrt zum Atomkraftwerk Dampierre.

Umtragen und auf einer Sandbank Pause gemacht und in die Loire gehüpft, da es wieder sehr heiß ist.

Weiterfahrt an alten Dörfern bis nach 32 km Sully erscheint.

Finde den ersten Campingplatz nicht , der zweite ist in der Stadt, entdecke rechts versteckt am Ufer einen und lande an. Endlich mal wieder eiskalt duschen, es ist tierisch heiß. Die Stadt gefällt mir nicht so außer das Wasserschloss ist ganz nett. Werde am Campingplatz total verstochen.

Fahre weiter, ab St.Benoit sur Loire bis Chateauneuf-sur Loire ein sehr schöner Verlauf.

Halte ein Nachmittagsschläfchen aber es ist  viel zu heiß.

Fahre weiter nach Orleans und treffe dort eine Gruppe des örtlichen Paddelvereins (nette Leute) auf dem Wasser.

Alle Brücken sind problemlos zu fahren ( 1 kleiner Schwall).

Fahre weiter und, da der eine Campingplatz zu hat, übernachte ich nach ca. 60 km wild auf einer Insel.

Fahre morgens weiter und komme an Meng-sur Loire vorbei , sehr schöne Häuserfassade und vor der Brücke ein kräftiger Schwall. (Vorher ansehen !).

Fahre weiter nach Beaugency, sehr schöner alter Ort, unbedingt sehenswert mit Bäckerei, Metzgerei und Supermarkt, Kneipe. Trinke meinen Kaffee, es regnet und die Schwälle unter der Brücke sehen nicht sehr nett aus. Treffe zum Glück einen Rennpaddler am Wasser, der mir sagt der ganz recht wäre zu fahren. Zum umtragen sowieso viel zu weit, also ab und durch.

Weiterfahrt zum Atomkraftwerk St.Laurent des Eaux, umtrage rechts.

Plötzlich kommt sehr starker Gegenwind auf und ich beschließe, in Mides-sur Loire  (32 km) für heute Schluss zu machen und Wäsche zu waschen. Campingplatz nett.

Weiterfahrt an Menars vorbei: sehr schöne Gartenanlage. Von links kommt jetzt leider eine Nationalstraße.

Weiterfahrt zum le Lac de Loire, der Campingplatz ist noch zu, die dahinter liegenden Walzenwehre sind zum Glück unten und komme gut durch.

Mache in Blois meinen üblichen Kaffe Stopp, schöne alte Stadt, mit schöner Kathedrale und Bischofspalast.

Nehme den 2.Bogen von rechts unter der Brücke und werde gut durchgeschüttelt.

Weiter an Chaumont vorbei bis nach Ambois (52 km).

Campingplatz liegt auf der Insel, anlanden geht einigermaßen.

Ambois sehr sehenswert, große Festung, hier beginnen die Felsenhäuser. Hier befindet sich der Vinci Park mit Nachbauten seiner Erfindungen, hier hat Da Vinci seine letzten Lebensjahre verbracht.

Weiterfahrt nach Tours (22km).

Habe hier eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten bekommen und es stehen einige Brücken an. Vor der ersten Brücke ist die rechte Durchfahrt komplett durch Fischernetze versperrt, kehre um und fahre links vorbei. 1. und 2. Brücke gut zu fahren.

Vor der 3. lege ich links an und gehe in die Stadt. Wunderschöne Kathedrale , sehr lebendige Stadt mit vielen jungen Leuten. Ich esse und fahre durch die 3.Brücke. Die 4.Brücke gefällt mir nicht, Eisenstäbe ragen aus dem Wasser, umtrage …

Ein Stück weiter lande ich an und verstecke mein Kajak.

Überquere die Autobahn und erreiche nach herumfragen die Prieure de Saint-Cosme, eine kleine alte teilweise zerstörte Abtei in der auch heute noch unzählige Rosen gezüchtet werden. Was für ein Duft.

Hier werde ich von meiner Bekannten/Unbekannten aufgesammelt und am nächsten morgen wieder zurückgebracht. Dank der Vermittlung von Freunden von Ihr, die ich unterwegs getroffen habe, komme ich in den Genuss eines leckeren Abendessens und eines Bettes (sehr ungewohnt).Es wird ein sehr netter Abend mit Ihr und Ihrem Freund.

Zurück am Kajak fahre ich durch die letzte Brücke und werde geduscht. Der Schwall stand nicht im Flussführer!

Fahre weiter nach Brehemont und trinke mal wieder Kaffe.

Weiterfahrt zum Atomkraftwerk, linker Arm befahrbar,  vorbei an Montsoreau (sehr imposant), Saumur und weiter an schönen alten Dörfchen und jetzt stärker Landwirtschaft mit Kühen bis nach Cunault( 78 km).

Campingplatz direkt am Strand. Nette Leute.

Paddle morgens weiter und erreiche gegen Mittag Le-Ponts-de-Ce (30 Km).Schöne strecke und bekomme unerwartet eine Übernachtungsmöglichkeit fürs Kyook und mich. Mal wieder ein Bett und gutes Essen, die Franzosen sind einfach klasse.

Fahre abends noch mit meinen Gastgebern nach Angers mit dem Auto und machen eine kleine Stadtbesichtigung, nette Stadt.

Am nächsten Morgen geht’s leider wieder weiter. Sehr schöne Landschaft und mal wieder Kaffe in Fresne sur Loire. Die Loire verzweigt sich jetzt öfters und folge den Schiffahrtsmarkierungen. Sehr schön vorbei an Steinmauern, Sandstränden bis nach Ancenis (57 km).

Stadt und Campingplatz gefallen mir nicht besonders und fahre morgens weiter bis nach Oudon (8 km). Hier netter kleiner Campingplatz mit Ausstiegstrampe. Schlage mein Zelt wieder auf und schlafe erstmal aus.

Sehr netter kleiner Ort, fühle mich hier sehr wohl. Gutes Essen und nette Leute. Heute Ruhetag!

Morgens strahlender Sonnenschein und fahre weiter durch wunderschöne Weinbaugebiete bis nach Nantes.

Es scheint Ebbe zu sein und ich beschließe, durch den Hafen zu fahren. Komme mir wie eine Mücke vor. Zum Glück ist Sonntag und Ebbe und die großen Tanker sind noch auf See, außer kleinen Autofähren und Ausflugsbooten ist der Hafen leer.

Nach endlosen Kilometern bin ich endlich aus dem Hafen heraus und froh, mache mir aber Gedanken, da es, wenn die Flut kommt,  selten Ausstiegsmöglichkeiten gibt (überall Schlick).

Bei la Martiniere (45 km) erwischt es mich. Plötzlich komme ich nicht mehr voran und das Wasser fließt mir entgegen. Zum Glück ist dort der Eingang zu einem Kanal und zusammen mit Hilfe kann ich mein Kajak die Böschung hoch außer Gefahr ziehen.

Schlage mein Zelt einfach auf einer Wiese auf, scheint ein Naherholungsgebiet zu sein und sehr unruhig, aber habe keine andere Wahl. Werde noch zum Kaffe eingeladen und natürlich gefragt woher und wohin.

Nachts vibriert der Boden wenn die großen Hochseetanker nach Nant einfahren. Es wird sehr stürmig und ich überlege, ob ich überhaupt noch weiterfahren soll.

Es scheint immer noch Flut zu sein, obwohl es eigentlich schon ebbe sein müsste, oder der starke Wind drückt das Wasser herein.

Ich gehe aufs Wasser und versuche, dagegen zu paddeln. Es geht, aber der Gegenwind ist die Hölle, und die Gewissheit, dass spätestens nach 6 h die Flut wieder kommt und die Anlandemöglichkeiten begrenzt sind, treiben mich voran.

Nach langen 23 km, die härtesten meiner ganzen Tour, erreiche ich Paimbouef, das Ende meiner Reise.

Ziehe mein Kajak durch das Dorf zum Campingplatz und richte mich ein. Ich miete ein Zelt mit Bett, da kein Hotel offen hat und ich endlich wieder mal im Bett schlafen möchte – eine weise Entscheidung: neben den Sturmböen geht abends ein heftiges Hagelgewitter nieder und ich bin froh mit meinem komfortablen Riesenzelt.

Auf der anderen Seite sehe ich Industrieanlagen und vor mir liegt die Hängebrücke die über die Bucht nach St.Nazaire geht. Am nächsten Tag fahre ich mit dem Bus und Zug nach Nantes , eine sehr schöne , alte Stadt und hole mein Mietauto ab.

Ardeche Marathon 2010

Erlebnis-Wochenende in Frankreich

Am 13. November findet der Ardeche-Marathon 2010 statt. Ein tolles Wildwasser- und Naturerlebnis, wie die Berichte der letzten Jahre zeigen:

Wir möchten auch dieses Jahr wieder eine Fahrt organisieren….

weiterlesen Ardeche Marathon 2010

Weinlese-Langstreckenlangstreckenfahrt

Kanufahrt zur Weinlese

Die schon traditionelle Trierer “Weinleselangstreckenfahrt” für Kanuten wirft ihre Schatten voraus. Es werden mehr als 50 Paddler aus nah und fern in Trier erwartet. Zum bereits neunten Mal geht es am Wochenende 9. und 10. Oktober 2010 auf die Flüsse Mosel und Saar.

Am Samstag stehen zur Auswahl: Von Schengen/Luxemburg (51 km) oder Wincheringen (30 km) nach Trier. Start für beide Strecken ist gegen 8.30 Uhr beim Bootshaus neben der Trierer Jugendherberge. Am Abend ist im Bootshaus für Verpflegung gesorgt. Am Sonntag geht es nach einem opulenten Frühstück moselabwärts von Trier nach Detzem (24 km).

Auch Nichtmitglieder sind herzlich zum Mitpaddeln willkommen; für Anfänger allerdings dürften die Strecken zu lang und anstrengend sein. Die Teilnahmegebühr samt Verpflegung und Transportfahrten beträgt 20 EUR.

Eine Anmeldung bis spätestens 3. Oktober ist erforderlich bei Stefan Stoeckel: 0176 46 64 26 62 oder Stefan.Stoeckel@kanufahrer.de



Trierer werden Dritte beim Dalsland Kanot Maraton+

“Dalsland Kanot Maraton+” oder: Schweden für Eilige, ein Erlebnisbericht von Hartmut Zoppke und Sohn

Kanu fahren in Dalsland – damit verbindet man unberührte Natur, Seen mit Trinkwasserqualität, Ruhe fern des Alltags, Genießen und Ausspannen. Kurz gesagt: Genuss-Paddeln.

Anders beim Dalsland-Marathon+: die faszinierschöne Szenerie ist die gleiche und zum Trinken reicht auch hier ein Becher, mit dem man neben dem Boot schöpfen kann, aber es wird stundenlang an der Leistungsgrenze und oft jenseits der Schmerzgrenze gekämpft. Das “+” steht übrigens für die zusätzlichen 13km, die man nach der normalen Marathon-Distanz noch zurücklegen muss, bis man, abhängig vom persönlichen Leistungsniveau, nach 4½ bis 12 h die erlösende Ziellinie überfährt. Gepaddelt wird auf Laxsjön, Svärdlång, Västra Silen und dem endlos erscheinenden Lelång. Vertraute Namen für Schweden-Paddler und wunderschöne Gewässer. Es gibt 3 bzw. 4 Umtragestellen, an denen man Energiegetränke, Bananen, Brotstücke und Salzgurken bekommen kann.

Warum tut ihr euch das eigentlich an, fragen uns immer wieder Freunde: monatelang zu trainieren, um dann den Körper nach 1400 km Autofahrt über 6 Stunden zu quälen, so dass er sich erst nach Tagen wieder davon erholt? Ist es die Adrenalin-Ausschüttung beim Start, wenn die Paddel von 700 Booten den sonst so ruhigen Laxsjön aufwühlen oder das schöne Gefühl, wenn irgendwann danach der Schmerz nachlässt? Es ist viel mehr, wie die folgenden Eindrücke vom 8. August 2009 vermitteln sollen.

weiterlesen Trierer werden Dritte beim Dalsland Kanot Maraton+

Kanufahrt zur Weinlese

Zu einem Stelldichein von vielen zum Teil weit angereisten Paddlern hat sich die Trierer “Weinleselangstreckenfahrt” entwickelt. Zum bereits sechsten Mal ging es am Wochenende 6. und 7. Oktober 2007 auf die Flüsse Mosel und Saar. Am Samstag standen zur Auswahl: Schengen-Trier (51 km) oder Wincheringen-Trier (30 km). Abends gab es im historischen Bootshaus neben der Jugendherberge eine kräftige Stärkung. Am Sonntag konnte wiederum gewählt werden zwischen Saarschleife-Trier (51 km) und Saarburg-Trier (26 km).
Nachdem zunächst der Anmeldestand spärlich ausgesehen hatte, konnte sich Organisator Stefan Stoeckel schließlich über sensationelle 31 Teilnehmer freuen. Sie kamen bis aus den Niederlanden, aus Lüneburg, Duisburg, Uerdingen und Augsburg

Kanufahrt zur Weinlese


7. und 8. Oktober 2006

Zu einem Stelldichein von vielen zum Teil weit angereisten Kanuten hat sich die Trierer “Weinleselangstreckenfahrt” entwickelt. Zum bereits fünften Mal ging es am 7. und 8. Oktober 2006 auf die Flüsse Mosel und Saar. Veranstaltet wurden die Fahrten von den “Trierer Kanufahrern 1948 e.V.”. Am Samstag standen zur Auswahl: Schengen-Trier (51 km) oder Wincheringen-Trier (30 km). Abends gab es im historischen Bootshaus neben der Jugendherberge eine kräftige Stärkung. Am Sonntag konnte wiederum gewählt werden zwischen Saarschleife-Trier (51 km) und Saarburg-Trier (26 km). Organisation und Fahrtenleitung machte Wanderwart Stefan Stoeckel.


Moldau - Elbe

487 Kilometer von Prag nach Magdeburg:
Moldau und Elbe 2006

Bericht von Josef Still
Fotos: Edith Hein und Josef Still



Musik: Friedrich Smetana: Die Moldau




Strecke:

  • 59 Kilometer Moldau (Tschechien)
  • Nach Mündung in Elbe bei Melnik 105 Kilometer tschechische Elbe
  • Nach Grenzübergang Tschechien/Deutschland 323 Kilometer deutsche Elbe

Kanuführer:

  • DKV-Flussführer
  • Wassersport-Wanderatlas Elbe Heft E1: Obere Elbe von Decin bis zur Havelmündung (Jübermann-Kartographie und Verlag)

Tagesetappen:


Sonntag, 30. Juli


Prag bis Kralupy, 6 Schleusen


37 km

Montag, 31. Juli

Kralupy bis Steti, 3 Schleusen
Pause in Melnik bei Moldaumündung

37 km

Dienstag, 1. August

Steti bis Leitmeritz (Litomerice)
2 Schleusen

29 km

Mittwoch, 2. August

Leitmeritz bis Dolni Zleb; Pause in Aussig (Usti), 2 Schleusen

60 km

Donnerstag, 3. Aug.

Dolni Zleb bis Dresden-Laubegast.
Grenzübertritt Tschechien-Deutschland. Pause im Kurort Rathen

50 km

Freitag, 4. August

Pausentag in Dresden

0 km

Samstag, 5. August

Dresden bis Meißen
Pause in Radebeul

32 km

Sonntag, 6. August

Meißen bis Mühlberg
Pause in Riesa

46 km

Montag, 7. August

Mühlberg bis Fährhaus Pretzsch
Pause in Torgau

58 km

Dienstag, 8. August

Fährhaus Pretzsch bis Coswig; Pause in Wittenberg

50 km

Mittwoch, 9. August

Coswig bis Aken; morgens Radtour zum Landschaftspark Wörlitz

41 km

Donnerstag, 10. Aug.

Aken bis Magdeburg; Pause in Schönebeck

47 km


Tagesschnitt (11 Tage) 44,3 km;  S U M M E:

487 km

Faltboote:

  • Klepper T 67 (Einer)
  • Klepper T 9 (Einer)
  • Klepper AE II Expedition (Zweier)
  • Klepper AE II Classic (Zweier)
  • Pouch RZ 85 (Zweier)

Paddler

aus Trier, Koblenz, Ulm, Deggendorf

Zeltplätze

gibt es in Tschechien ab Prag nur wenige:

  • Prag (Braník und Troja)
  • In Roudnice (etwa 10 km nach Steti) soll es einen Zeltplatz o.ä. geben.
  • Leitmeritz
  • In Decin soll es einen geben (nach dem Schloss rechts); wir haben ihn vom Ufer aus nicht gesehen und die starke Strömung hat uns schnell weitergetrieben.

In Deutschland sieht es ein wenig besser aus. Hier allerdings zelteten wir immer bei Kanu- und Ruderclubs, die allesamt gut und modern ausgestattet sind (DKV-Ausweis mitnehmen, es gibt Ermäßigung!). Einzig in Pretsch beim Fährhaus zelteten wir nochmals wild.

Kraftwerke und Schleusen

An der Moldau gibt es auf 59 Kilometer 7 Schleusen. Die Strömung war daher – auch wegen des Niedrigwassers gleich Null. Etwas besser wird es auf der Elbe, wo es in Tschechien weitere 6 Schleusen gibt. Die letzte ist bei Aussig/Usti und von da an geht es mit kräftiger Strömung weiter. Wir mussten unsere schwer bepackten Kanus übrigens nie umtragen: Man hat uns überall problemlos geschleust.

Schifffahrt

Der Schiffsverkehr ist durchweg spärlich. Gelegentlich trifft man Frachter oder moderne Kabinenschiffe. Rund um Dresden fahren wundervolle historische Personenraddampfer.

Fähren

Sowohl auf der tschechischen als auch auf der deutschen Moldau gibt es zahlreiche Fähren, die tatsächlich zwischen den Ufern “pendeln”: Ein etwa 100 Meter langes, durch Schwimmer an der Wasseroberfläche gehaltenes Drahtseil spannt sich zwischen der Fähre und der festen Pendelachse, welche durch eine gelbe Boje markiert ist und welche sich meist in der Nähe eines Ufers befindet. Dies bedeutet, dass die Fähre die Elbe unpassierbar macht, wenn sie gerade auf der gegenüberliegenden Seite anlegt. Vorsicht: Auch wegen der starken Strömung muss gelegentlich ein paar Minuten gewartet werden, bis die Fähre den Fluss wieder freigibt.

Kleiner Fahrtenbericht

Den Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, dessen 250. Geburtstag 2006 ausgiebig gefeiert wird, bringt man in aller Regel mit Salzburg und Wien in Verbindung. Eine ganze Reihe von Kompositionen aber hat er für die böhmische Hauptstadt Prag geschrieben. Seine Oper “Don Giovanni” etwa wurde in Prag uraufgeführt. Die Prager haben ihn vermutlich weit mehr geliebt und seine überragende Größe mehr begriffen als die Wiener.

Daher begann die überwiegend aus Musikern bestehende Paddelgruppe die Tour mit einem Besuch des “Don Giovanni”, im Ständetheater, dem Ort der Uraufführung. Zur Besichtigung der “Goldenen Stadt” ließen wir uns zwei volle Tage Zeit und schauten uns die Kleinseite, das Strahov-Kloster, die Deutsche Botschaft (Lobkowitz-Palais; Beginn der deutschen Einheit 1989), die Burg mit dem Veitsdom, das jüdische Viertel, den Altstädter Ring mit Teynkirche und astronomischer Uhr, das Jugendstil-Konzerthaus, den Wenzelsplatz und vieles andere an.


Musik Prag: W. A. Mozart – Beginn der Don-Giovanni-Ouverture




Den ersten Paddelschlag machten wir also erst am dritten Tag, als wir im Süden der Stadt im Ortsteil Branik beim Campingplatz “Kotva Branik” (Praha 4, U ledáren 55, www.kotvacamp.cz, kotva@kotvacamp.cz) starteten. Der Platz, an dem es auch recht billige Mehrbettzimmer zu mieten gibt, dürfte für Paddler ideal sein:

  • Bequeme Anreise für Faltbootfahrer mit der Bahn zum Bahnhof Branik
  • Mit der Straßenbahn ist man in einer knappen halben Stunde in der Altstadt.
  • Die Preise im Kotva Branik (samt Kneipe, die auch gutes Frühstück macht) sind äußerst günstig.
  • Beim Start in Branik beginnt die Fahrt gleich mit einem Highlight: der Durchquerung von ganz Prag.

Bilder aus Prag

Prager Burg mit Veitsdom

Paddler in der Straßenbahn

sonderbare Häuser am Moldauufer

Paddler auf der Karlsbrücke

Karlsbrücke

Visehrad-Felsen


Blick vom Strahov-Kloster


Braník-Bier

astronomische Uhr im Prager Rathaus



In der Tat kamen wir trotz frühen Starts erst am Nachmittag an das nördliche Ende der riesigen Stadt. Ziel war Kralupy, wo wir beim Motorbootclub (rechts) unsere Zelte aufschlugen und im vereinseigenen Restaurant ein opulentes Abendessen bekamen.


Wegen des Niedrigwassers entschieden wir uns tags darauf für den etwa 12 Kilometer langen Seitenkanal der Moldau, der landschaftlich und strömungsmäßig tatsächlich wenig attraktiv ist. Immerhin wird man kurz vor dem Moldau-Ende mit einer schönen historischen Schifffahrtsschleuse entschädigt. Spätestens ab hier zieht das Schloss von Melnik, bei dem Elbe und Moldau zusammenfließen, alle Blicke auf sich. Selbstverständlich machten wir in Melnik Pause, stiegen zu Schloss und Altstadt hinauf und genossen den wunderbaren Ausblick. Vorbei an Weinbergen und unterbrochen durch ein kräftiges Gewitter ging die Fahrt schließlich weiter bis Steti, wo wir neben einer Fabrik die Zelte wild aufstellten.





Ein weitaus schöneres Ziel als Steti war einen Tag später Leitmeritz, eine der wichtigsten Städte im Sudetenland. Dort ist direkt neben dem Segelclub (“Jachetni Oddil”, rechtes Ufer; breite Rampe zum Anlegen) ein schöner moderner Campingplatz mit guter Kneipe. Abends flanierten wir noch durch die wunderbare Altstadt. Ursprünglich hatten wir vor, das wenige Kilometer entfernte KZ Theresienstadt zu besuchen; wegen einiger Gewitter untertags und diverser Regengüsse war unser Zeitplan aber durcheinandergekommen.








Für den kommenden Tag waren nur 28 km bis Usti (Aussig) geplant. Bei einem guten spanischen (!) Mittagessen in der berühmten Universitätsstadt packte uns aber der Ehrgeiz und wir wollten es noch bis Decin schaffen. Aus Versehen aber kamen wir noch ein Stück weiter als Decin, da wir dort vergeblich nach dem Campingplatz Ausschau hielten und plötzlich schon am Stadtrand mit seinem großen Hafengebiet waren. Die Landschaft wurde dann immer malerischer und in der Dämmerung stellten wir unsere Zelte neben dem Fähranleger von Dolni Zleb am linken Ufer auf. Am letzten Abend in Tschechien langten wir in einem Gasthof nochmal kräftig zu, auch beim guten und für uns sehr preiswerten Bier.





Kurz nach Decin hatte schon das Elbsandsteingebirge begonnen, das nach der deutschen Grenze auch den Namen “Sächsische Schweiz” trägt. Am Grenzübergang kann man an der tschechischen Abfertigung offenbar bedenkenlos vorbeipaddeln; der deutsche Zoll jedoch hupte uns ein paar hundert Meter weiter an das rechte Ufer heran, wo unsere Ausweise genauestens in Augenschein genommen wurden. Möglicherweise hatten wir unseren Verwahrlosungszustand selbst falsch eingeschätzt…..




Nach einem schönen Mittagessen im Kurort Rathen wurde uns beim Anblick der Rechnung schmerzlich klar, dass wir wieder in Deutschland waren. Viele historische Raddampfer begeneten uns noch an diesem Tag, auch eine Reihe von Paddelanfängern, die sich beim Bootsverleih für ein paar Elbekilometer ein Schlauchboot gemietet hatten. Bei Schloss Pillnitz – mit Prunktreppe bis zum Elbewasser – waren wir fast am Ziel: Die Paddelfreunde vom “Kanuverein Laubegast” am Stadtrand Dresdens erlaubten uns, die Zelte aufzustellen und händigten uns voller Vertrauen gleich für drei Tage den Schlüssel zum prächtigen Bootshaus aus.



Die Straßenbahn, deren Haltestelle gleich um die Ecke ist, brachte uns am nächsten Tag ins Zentrum Dresdens. Den Pausentag nutzten wir zum Anschauen von Zwinger, Hofkirche, Schloss, neu rekonstruierter Frauenkirche und Kreuzkirche. In der direkt an der Elbe gelegenen Semper-Oper wurden allein neun Opern von Richard Strauss uraufgeführt, darunter auch der “Rosenkavalier”.





Musik Dresden: Richard Strauss – Rosenkavalier-Walzer






Nachmittags stand der Besuch des hochinteressanten und architektonisch bedeutenden Hygienemuseums mit vorbildlich präsentierten medizinisch-anatomischen Themen auf dem Programm. Im Erdgeschoß des Museums lief zudem die ausgezeichnete Sonderausstellung “Mythos Dresden”. Der Tag klang bei einer Brotzeit in einem Biergarten neben der Brücke “Blaues Wunder” aus.

Dresden-Bilder

Kanuclub in Dresden

Dresden

Die Brücke “Blaues Wunder”

“Blaues Wunder” mit Dampfschiff “Leipzig”

Die Frauenkirche vor der Zerstörung im 2. Weltkrieg


Hatten wir in den ersten Tagen Regen nur im Zusammenhang mit Wärmegewittern erlebt, wurde nun der Wetterbericht richtig schlecht. Bei der majestätischen Fahrt durch Dresden waren wir alle gut eingepackt in Regenumhänge; die Fotoausbeute war entsprechend dürftig. Zum Glück ging es nur bis Meißen; kurz zuvor schüttete es nochmals gewaltig. Beim Meissener Ruderclub “Neptun” 1882 e.V. am Ortsanfang links konnten wir in einem 10er-Schlafsaal übernachten. Durch ein Abendessen in einem für uns eigentlich eine Spur zu eleganten Restaurant neben dem Meißener Dom erlangten wir unsere gute Laune zurück.

Der kommende Morgen jedoch zeigte sich wieder von der grauesten Seite und mit lautstark prasselnden Spritzdecken ging es weiter elbabwärts. Wir waren schon versucht, angesichts des im Wetterbericht prognostizierten mehrtägigen Dauerregens zu verzweifeln, da kam gegen Mittag langsam der blaue Himmel wieder zum Vorschein und verschonte uns sogar für mehrere weitere Tage mit Niederschlägen. Gezeltet wurde beim SV Empor Mühlberg/Elbe e.V. in einem rechten Seitenarm der Elbe, wo wir mit großer Gastfreundschaft im neu renovierten Vereinshaus begrüßt und betreut wurden.





Landschaftlich ändert sich im weiteren Verlauf des Flusses wenig. Dennoch ist das Paddeln auf dem weitgehend naturbelassenen Fluss von großem Reiz. Die sehr gute Strömung macht aufmerksames Fahren erforderlich. Das System der Buhnen, Bojen und Richtzeichen ist eine gewisse nautische Herausforderung und erinnerte uns an die bayerische Donau. Die Mittagspause am nächsten Tag war in Torgau; gezeltet wurde abends wild neben dem Wirtshaus “Fährhaus Pretzsch”.

Zwei prächtige Wassersportzentren lernten wir am nächsten Tag kennen: das eine in der Lutherstadt Wittenberg, wo wir zur Mittagspause festmachten. In der Schlosskirche studierten wir die von Luther am 31. Oktober 1517 an die Kirchentür gehefteten Thesen und erlebten zudem ein Konzert an der Ladegast-Orgel. Am Abend legten wir beim Kanuverein Coswig (vor der Fähre rechts) an und trafen auf eine bestens gepflegte Zeltwiese, ein renoviertes und mit Solartechnik ausgestattetes Bootshaus und einen umtriebigen jungen Vereinsvorsitzenden.

Beeindruckend war vor allem die Zusage, wir könnten für den kommenden Vormittag sieben vereinseigene Fahrräder kostenlos ausleihen.

Diese Fahrräder brauchten wir, um den vom linken Elbufer etwa fünf Kilometer entfernten Landschaftspark Wörlitz zu besuchen. Das einzigartige Landschaftskunstwerk ist zwischen 1765 und 1800 von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau und seinem Berater, dem Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, gestaltet worden und zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Besuch dort ist sehr zu empfehlen!



Bilder des Landschaftsparks


im Landschaftspark Wörlitz


auf der Coswiger Fähre

Eines der sieben vereinseigenen

Fahrräder des Coswiger Kanuclubs



Ein künstlicher Vulkan

Frühschoppen neben der Fähre


Am Abend zelteten wir in Aken beim Köthener Kanuclub, wo man uns herzlich begrüßte und die schweren Boote mit einem elektrisch betriebenen Schienenfahrzeug aus der Elbe holte. Köthener Paddler betreiben das schöne Bootshaus in Aken; Köthen selbst liegt jedoch etwa zwölf Kilometer von der Elbe entfernt. Von 1717 bis 1723 wirkte Johann Sebastian Bach als Hofkapellmeister in der malerisch gelegenen Residenzstadt. In den Diensten des musikalisch gebildeten Fürsten Leopold von Anhalt Köthen schrieb er u.a. seine sechs Brandenburgischen Konzerte.




Musik Köthen: J.S.Bach – Beginn des 5. Brandenburgischen Konzerts





Gastronomischer Tipp in Aken:

Restaurant “Zum Ratskeller” im historischen Rathaus.



Der letzte Tag schließlich brachte uns nach Schönebeck und schließlich zum Kanuclub Börde in Magdeburg, wo wir mit einem Glas Rotkäppchen-Sekt auf den Abschluss der wunderbaren Fahrt anstießen und anschließend wehmütig die Faltboote abbauten.














Wir sind uns sicher: Bald geht es weiter von Magdeburg bis Hamburg!

Sonnwendfeier mit Lampionfahrt

Es war ein arbeitsreicher Tag für einige TKF-Paddler: Seit frühmorgens wurde am 24. Juni 2006 am historischen Bootshaus renoviert: Vor allem die Duschen und Umkleideräume wurden erneuert, außerdem wurde die Pflasterung des Car-Ports vorbereitet. Nachdem die tüchtigen Vereinsmitglieder mit der Schufterei fertig waren, entspannte man sich mit dem WM-Fußballspiel Deutschland-Schweden. Deutschland gewann mit 2:0 und entsprechend gut war die Laune beim anschließenden Grillfest, zu dem nach und nach noch weitere Vereinsmitglieder eintrafen. Zu später Stunde gabs schließlich noch die versprochene Lampionfahrt mit Großcanadiern.