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Donau 2002 von Albert Vogel und Josef Still. Fotos von Herbert Maas, Johannes und Josef Still Vohburg – Linz: 304 Kilometer in 8 Tagen
“Donau-Barock-Fahrt 2002” lautete das Zauberwort. Josef Still, der donau- und paddelbegeisterte Domorganist aus Trier hatte gerufen – und alle Freunde kamen. Die Besatzungen von sieben Zweier- und zwei Einer-Faltbooten (Meister Still inclusive) trafen sich am 24.7.2002 am Vohburger Donauufer, um mit einer achttägigen Fahrt donauabwärts nach Linz dem Fluss zu huldigen.
Was treibt Menschen mit Paddelboot und Zelt bewaffnet auf das Wasser? Sind Paddler gar eine eigene Spezies? Besonders leidensfähig gegenüber den Launen der Natur, schmerzenden Hinterteilen und Stechmücken? Nichts von alledem! Die Antwort ist so alt wie die Menschheit: Navigare necesse est – Schifffahrt ist notwendig! Ob es als Freizeitvergnügen aus Großvaters Zeiten oder als neuer Trend interpretiert wird, die Faszination des Flusswanderns erschließt sich jedem, der an einer Paddelfahrt teilnimmt. Für eingefleischte Paddelprofis ist es sowieso eine Art Weltanschauung.
Zurück zu unserer Gruppe: Ein heftiger Gewitterregen platzt in die Bootsaufbauzeremonie. Die Stimmung ist etwas getrübt. Oder sollte man besser sagen: Leicht angenässt? Egal! Mit dem Schlachtruf “Duna!” setzt Josef Still in die Fluten ein. Der Regen hört auf. Der Wasserstand ist höher als normal, mit flotter Fahrt geht es los. Ziel unserer ersten Kurzetappe: Der Biergarten in Eining. Eine Römersiedlung außerhalb des Dorfes kann nur vom Zaun besichtigt werden, weil sich der Wächter der Anlage auf Freiersfüßen befindet. Der Biergarten aber ist ein voller Erfolg. Hervorhebenswert: Die Käsekrainer-Wurst. Übernachtet wird in Haderfleck. Der Zeltplatz ist malerisch gelegen, die Einsetzstelle ist steil und rutschig.
Der nächste Tag bringt uns nach Kloster Weltenburg. Asam-Barock vom Feinsten und ein äußerst professionell betriebener Biergarten prägen sich ein. Danach der Donaudurchbruch bei Kelheim. Sahnestück bayerischer Donauhighlights. Das Wetter: Es hält sich. Übernachtung beim Regensburger Kanuclub.
Was macht kleinen (und großen) Paddlern besonders viel Spaß? Eine Boots-Rutschpartie am Regensburger Kraftwerk. Anschließend durchfahren wir die Steinerne Brücke.
Die Museumsschiffe “Ruthof-Ersekcsanad” und “Freudenau” sind obligatorisch für alle Donauschifffahrtsbegeisterten. Landgang an der Walhalla, dem bayerischen “Himmel erster Klasse”.
Am Abend schlagen wir unsere Zelte in Gmünd beim Gasthof Schinhärl auf, der eigens für uns geöffnet hat. Sowas gibt’s tatsächlich!
Bis zur Staustufe bei Straubing ist die Strömung gering und die Fortbewegung mühsam. Dafür macht die Bootsrutsche doppelt soviel Spaß. Landgang in Straubing und Weiterfahrt nach Mariaposching. Dort wird wild gezeltet. Inzwischen ist das Wetter gut geworden und die Donau lädt zum Baden ein. Tags darauf machen wir uns landfein: Messe in Metten, es ist Sonntag. Mittagessen am Deggendorfer Ruderverein, Besichtigung des Deggendorfer Stadtkerns mit Barockkirche und Stadtmauer. Kaffee in Niederalteich, Kirchenbesichtigung und Starfightermuseum!
Gezeltet wird in Hofkirchen. Die Mücken dort sind bemerkenswert: Sie stechen nicht, sie beißen. Jeder schützt sich, so gut er kann.
 Weiter geht’s nach Passau. Ein wunderschöner Zeltplatz an der Ilz ist unser Lagerplatz. Am Morgen Orgelbesichtigung im Dom.
Jochenstein, das riesige Kraftwerk, und das danebengelegene “Haus am Strom” sind unser nächstes Ziel. Bei Inzell an der Schlögener Schlinge übernachten wir zum ersten Mal in Österreich. Wir feiern mit riesigen Schnitzeln.
Landgang in Aschach und für Kenner: Die Burenwurst! Nach dem Kraftwerk Ottensheim machen wir einen Spaziergang zur Barockkirche in Wilhering (Für Nordlichter: Hat nichts mit Fisch zu tun). Unsere Fahrt neigt sich dem Ende zu. Am Abend dieses Tages paddeln wir durch Linz bis zum Eisenbahnerpaddelclub. Hier wird zum letzten Mal gezeltet. Ein feuchtfröhliches Abendessen in einem hervorragenden Gasthaus beendet unsere Donaufahrt. Leuchtende Augen.
Albert Vogel
Die Daten in Kürze
- Neun Faltboote (Klepper T67, Klepper T9, Klepper T6 Vorkriegszweier, Klepper Vagabund, Klepperzweier Aerius 20, zwei Klepper AE II Expedition, zwei Pouch RZ 85)
- 16 Paddler aus Trier, Chemnitz, Ulm, Reutlingen und Günzburg, darunter 5 Kinder unter 12 Jahren
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- Start in Vohburg/Donau (km 2442) direkt unterhalb der Brücke rechts.Biergarten und Römersiedlung in Eining: Aussteigen an der Fähre rechts.Haderfleck: ehemalige Gaststätte. Anlanden links in einer starken Rechtskurve bei km 2422,6. Wenn man sich nach Eining am linken Donauufer hält, kommt genau in dieser Biegung ein kleines Kehrwasser. Hier aussteigen und nach oben zu den Häusern gehen; das erste Haus rechts ist der ehemalige Gasthof. Mit dem Wirt (Franz Kornprobst: Tel. 09447/286) reden; man kann auf der Wiese gleich neben der Donau campen. Oben befinden sich Toiletten und Waschbecken, keine Duschen. Verpflegung vorher schon besorgen.Gmünd: Anlanden kurz nach 47-er Schild rechts: (Kleine Treppe nach beschädigter Böschung) Zeltmöglichkeit + Toilettenbenutzung bei Gasthof Schinhärl kosten 5 EUR pro Person. Kinderspielplatz für Nachwuchspaddler. Tel. 09481-254, Handy 0175-8553843. Eigenes Gästebuch für Paddler! Mühlhamer Keller: preisgekrönter schönster Biergarten des Landkreises Deggendorf, km 2270 rechts. Passau: Kanuabteilung des TV Passau mit Zeltplatz an der Ilz, etwa 1 km oberhalb der Mündung
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- Einreise Österreich: Den früheren Grenzposten an der Obernzeller Fähre rechts gibt es nicht mehr. Paddler werden offenbar nicht mehr kontrolliert.Neu in Jochenstein: Informationszentrum “Haus am Strom” (linkes Ufer bei Kraftwerk). Umsetzanlage ist rechts; es gibt aber einen Weg über das Kraftwerk. Linz: Schwimmender Anleger des Ruder- und Kanuvereins links bei km 1233,8.Kulturprogramm der Fahrt:
- Römersiedlung Abusina, Eining – Klosterkirche Weltenburg – Altstadt Regensburg – Schifffahrtsmuseum Regensburg – Walhalla – Altstadt Straubing – Klosterkirche Metten – Altstadt Deggendorf – Klosterkirche Niederalteich – Altstadt Passau – Haus am Strom, Jochenstein – Rokokokirche Wilhering (anlanden rechts; genau vom Schild 2143 aus führt ein Weg zur Klosterkirche) – Altstadt Linz
Internet-Adressen:
Literatur über diesen Streckenabschnitt gibt es genug. Vor allem der Radfahrer-Boom in den letzten Jahren hat das Erscheinen vieler guter Radwanderkarten (mit Hinweisen auf Gasthäuser, Zeltplätze etc.) und Reiseführer bewirkt. Nach wie vor Klassiker sind:
- DKV-Flusswanderführer
- Ernst Trost: Die Donau (nur noch antiquarisch zu bekommen; siehe www.zvab.de)
- Merian “Die Donau von Ulm bis Passau” (1979): In jeder besseren antiquarischen Merian-Wühlkiste für wenig Geld zu bekommen.
Josef Still
Mehr zu ganzen Donau unter “Portrait Donau”
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