|
Grenzkontrollen
- Will man von Österreich aus in die Slowakei weiterfahren, muss man zunächst in Hainburg offiziell aus Österreich ausreisen. Boote legen
dazu am Ortsende von Hainburg rechts an der schwimmenden Zollstation an. (Flusskilometer 1884). Personalausweis genügt für Slowakei und Ungarn.
- Wenig später (km 1880) mündet links der Grenzfluss March. Kurz danach steht links ein Häuschen zur Grenzabfertigung. Ist dieses nicht besetzt, kann man die Zollabfertigung in Bratislava (Ortsanfang links, in Nebenarm bei km 1872) nachholen. Mittlerweile aber werden die Grenzformalitäten so locker gehandhabt, dass sich niemand aufregt, wenn man einfach vorbeifährt.
- Gleiches gilt für die Einreise in Ungarn. Zu kommunistischen Zeiten musste vorschriftsmäßig in Komarno ausgereist und in Komarom eingereist werden. Heute ist die Grenzstation an der Brücke von Komarom gar nicht mehr besetzt.
Checkliste
- Will man auf mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Kanufahrten nicht auf einen gewissen Komfort verzichten, hält man sich am besten an die Ausrüstungs-Checkliste, die unter ”Rund ums Kanu” zu finden ist.
Zecken
- Diese Tiere können im Donaugebiet nicht nur Borreliose, sondern auch FSME (Hirnhautentzündung) übertragen. Eine vorsorgliche Schutzimpfung gegen FSME gibt es. Ein Arzt oder Apotheker weiß mehr dazu. Information finden kann man auch unter http://www.zecken.de/fsme/default.asp
Zelten
- Zeltplätze, meist in ordentlicher Qualität, findet man in Österreich genug. Im weiteren Donaulauf werden sie seltener. Folgende Plätze sind zu empfehlen: Grein (Ortsanfang links), Melk (rechts bei Schiffsanlegern und Gaststätte ”Fährhaus”), Bratislava (Kanuclub rechts nach Eisenbrücke, km 1867,5), Esztergom (Ortsanfang rechts), Tahi (in Szentendre-Arm=rechter Donauarm; nach Brücke rechts). Aber auch wildes Zelten ist an der ganzen Donau nirgends ein Problem.
Wien
- Ideal für anspruchslose Paddler ist in Wien ein wilder Zeltplatz im Kuchelauer Hafen/Kahlenbergerdorf. (Einfahrt bei km 1935,3 rechts).Gegenüber dem Naturfreundehaus kann man auf dem Damm zwischen Donau und Sporthafen ungestört das Zelt aufbauen.
Für ”Landgänge” muss man allerdings jeweils mit dem Boot übersetzen. Traumhaft gut: Heurigenschänke Pospisil im Kahlenbergerdorf. Gute Verkehrsverbindung zur Innenstadt: S-Bahn “Kahlenbergerdorf”; dann Umsteigen in Heiligenstadt. Besser: zu Fuß an der Donau entlang bis Nußdorf gehen, dann mit Straßenbahn ab Nußdorfer Bahnhof bis direkt ins Zentrum fahren.
Kraftwerk Gabcikovo
- Von dem ursprünglich geplanten Doppelkraftwerk Gabcikovo-Nagymaros wurde nur Gabcikovo gebaut. Bei Cunovo, etwa km 1850, trifft man auf eine große Wehranlage. Eine Beschilderung für Sportboote fehlt völlig. Sportboote haben Mühe, sich zu orientieren. Am besten wird man die Schleusenlichter ansteuern. Man kommt dann direkt zur Bootsrutsche
(Zeichnung zum Vergrößern anklicken).
 Nach der Rutsche gelangt man in die ”Alte Donau”. Dieser frühere Flusslauf hat einen eigenen Reiz. Die Böschungen werden offenbar nicht mehr gepflegt, so dass sie durch Schilf und Büsche zuwuchern. Die alte Kilometrierung ist gelegentlich zu sehen, meist sind die Tafeln aber zugewachsen. Man erzählte uns, die alte Donau sei kurze Zeit nach Errichtung des Staukomplexes unterhalb des Wehres Cunovo ausgetrocknet. Da die Ungarn der Errichtung von drei Sohlschwellen nicht zugestimmt hätten, errichteten sie etwa 10 Kilometer nach Cunovo bei Dobrohost ein Wehr, das etwa folgenden Grundriss hat (Zeichnung zum Vergrößern anklicken):
Die Anlage wird von Ungarn betrieben. Es gibt einen sehr weiten, asphaltierten Umtrageweg mit Rampen. Die Weiterfahrt bis zum Zusammenfluss mit dem Schiffahrtskanal bei Palkovicovo ist problemlos.
Budapest
- Ist Budapest das Ziel einer Kanufahrt, so wird man nicht darauf verzichten wollen, zum glanzvollen Abschluss am Parlament
vorbei und unter der Kettenbrücke hindurch zu paddeln. Das Problem ist nur, dass in der Innenstadt kein Campingplatz zu finden ist. Auch in den zentralen, meist recht teuren Hotels, sind Kanufahrer, die mit Sack und Pack daherkommen, nicht sonderlich angesehen. Unsere Lösung, die sich schon mehrfach bewährt hat: Anlanden in Romaifürdo (rechtes Donauufer am Ortsfang von Budapest, etwa km 1655). Quartiersuche (Tip: Hotel Monte Christo) und Ausladen des schweren Gepäcks. Weiterfahrt mit leeren Booten ins Zentrum bis nach Kettenbrücke. Treppen zum Anlanden links etwa bei Redoute.Achtung auf Drahtseile (Schiffsanleger).

Tip in Budapest: Restaurant Arany Pince Dob u. 4. 1072 Budapest, Tel. 351-6629
Literatur, Musik und Wein zur Vorbereitung
- H.C. Artmann, Im Schatten der Burenwurst – Skizzen aus Wien, dtv 10586, heute nur noch antiquarisch erhältlich.
- Merian-Hefte Wachau, Wien, Budapest
- dtv-Reisetexthandbuch Wien, dtv 3905
- HB-Bildatlas Budapest
- Für Gruselfreunde: Die Weiden, Phantastische Erzählungen, Fischer-Taschenbuch 8104
- Anton Bruckner, Sinfonien. Dresdner Staatskapelle, dirigiert von Eugen Jochum, 9 CDs,
EMI CZS 7 62935 2
- Sommerrain, Grüner Veltliner Spätlese halbtrocken. Zu bestellen bei Winzer Krems, Meraner Str. 5, 94036 Passau, Fax (0851) 72831
... und für Fortgeschrittene zusätzlich:
- Franz Tumler, Sätze von der Donau, Piper, ISBN 3-492-01965-X
- Thomas Bernhard, Alte Meister, Suhrkamp-Taschenbuch
- Claudio Magris, Donau - Biographie eines Flusses, Hanser ISBN 3-446-14970-8
- Peter Eszterházy, Donau abwärts, Residenz Verlag, ISBN 3-7017-0761-8
- CD "DONAUG'SCHICHTEN". O.Ö. Landesausstellung 1994 Engelhartszell. Bibliothek der Provinz, Großwolfgers 29, A-3970 Weitra. ISBN 3 85252 040 1. CD-Nr. 4031.
Und schließlich zwei ungarische Kochrezepte zur Kanufahrt Nach dem berühmten Budapester Meisterkoch Károly Gundel (1883 - 1956)
1. Kesselgulasch (Bográcsgulás) für 6 Personen
Zutaten: 1 kg Rindfleisch ohne Knochen 80g Schweineschmalz 300g Zwiebeln 20 g Gewürzpaprika Salz, Kümmel, Knoblauch 1 kg Kartoffeln 140 g Paprikaschoten 60 g Tomaten
Möglichst saftiges Fleisch (Haxe, Schulter, Hals) in 1,5 - 2 cm große Würfel schneiden. In zerlassenem Schmalz kleingeschnittene Zwiebeln goldgelb rösten. Dann bei schwacher Hitze den Gewürzpaprika im nicht zu heißen Zwiebelfett schnell verrühren, die Fleischwürfel hineingeben, salzen und weiterrösten. Ist der Fleischsaft verschmort, mit Kümmel kleingehackten Knoblauch zufügen, ein wenig Wasser zugießen und zugedeckt, bei mäßiger Hitze, unter zeitweiligem Rühren und wiederholtem Nachgießen von etwas Wasser schmoren. Das Fleisch soll nicht kochen, sondern in wenig Schmorsaft im Dampf garen. Inzwischen die Kartoffeln (eine Sorte, die nicht zerkocht), die Paprikaschoten und die Tomaten in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Bevor das Fleisch vollkommen gar ist, den Saft bis auf das Fett einschmoren. Die Kartoffelwürfel zufügen und unter Rühren mit dem Fleisch rösten, bis sie glasig werden, dann mit Knochenbrühe auffüllen und Paprika- und Tomatenwürfel hineingeben. Die endgültige Menge durch Zugabe von Knochenbrühe oder Wasser bestimmen, zum Schluss nachwürzen.
2. Gundel-Palatschinken (Gundel-palacsinta) für 6 Personen
Unter den Kreationen von Károly Gundel ist diese bis heute sowohl in Ungarn wie im Ausland die beliebteste. Leider werden die Gundel-Palatschinken nur in wenigen Gaststätten nach dem Originalrezept zubereitet. Man flambiert sie zum Beispiel, was zwar ein schöner Anblick ist, doch liegt das Hauptgewicht auf dem intensiven Rumgeschmack der Nussfüllung und der Schokoladensoße; der Alkohol sollte hier nicht verbrennen.
Zutaten Für die Füllung: 0,15 Liter 50-60%iger Rum 40 g Rosinen 20 g Orangeat 180 g Walnusskerne 0,1 Liter süße Sahne 120 g Zucker Zimt 50 g Butter (zum Bräunen)
Zutaten Für die Schokoladensoße: 0,25 Liter Milch Vanille 30 g Zucker 100 g Schokolade 0,15 Liter süße Sahne 3 Eigelb, 80-100g Zucker 50 g Kakaopulver 15 g Mehl 5 cl Milch
Die Rosinen und in haarfeine Stifte geschnittenes Orangeat am Vortag in Rum weichen. Am folgenden Tag für die Füllung die Nüsse reiben. Sie sollen nicht zu grob, aber auch nicht so fein wie Mehl sein. Die süße Sahne aufkochen, die geriebenen Nüsse dazugeben, ebenso Zucker, 1 Prise Zimt, die abgegossenen Rosinen und das Orangeat, das Ganze 1-2 Minuten (wenn nötig unter Zugabe von etwas Milch) kochen, bis eine streichfähige Masse entsteht. Etwas abkühlen lassen und erst dann die Hälfte des Rums darin verrühren. Dann 12 Palatschinken backen:
Zutaten für 12 Stück: 2 Eier 0,2 Liter Milch 240 g griffiges Mehl 0,2 Liter Milch 10 g Zucker 100 g Schmalz
In Ungarn werden nahezu hauchdünne Palatschinken bevorzugt. Dazu Eier und kalte Milch mit dem Schneebesen glatt verrühren und unter weiterem kräftigen Rühren das gesiebte Mehl zufügen. Ist der Teig ganz glatt, noch Milch dazugeben, so daß er flüssig wie eine Cremesuppe wird. Sollen die Palatschinken eine süße Füllung erhalten, schmecken sie besser, wenn dem Teig etwa 10 g Zucker zugefügt werden. Allerdings brennen sie dann in der Stielpfanne leichter an. Wer dies vermeiden will, kann auf die Zugabe von Zucker auch verzichten, denn die süße Füllung und das Bestreuen mit Puderzucker geben den Palatschinken einen süßen Geschmack.
In einem kleinen Topf ausgelassenes Schmalz bereitstellen. Die gesäuberte Palatschinkenpfanne erhitzen (eiserne Pfannen ausbrennen), 1/2 Esslöffel Schmalz hineingeben, das Fett zerlaufen lassen, so dass die ganze Fläche der Pfanne fettig ist, dann einen Teil des Fetts zurückgießen und nur so viel in der Pfanne lassen, daß der Palatschinkenteig nicht ansetzt. Sofort eine Kelle (etwa 0,1 Liter) Teig in die Pfanne geben und den Teig in der Pfanne gleichmäßig breitlaufen lassen. Bei starker Hitze backen, bis sich die Palatschinke beim Schütteln der Pfanne vom Pfannenboden löst, noch etwa 5 Sekunden weiterbacken, dann wenden und auch die andere Seite backen. Sollte der Teig nicht zusammenhalten und die Palatschinke zerfallen, muss dem Teig noch ein Eigelb oder noch ein wenig Mehl zugegeben werden. Zu festen Teig mit Sodawasser strecken. Den Teig mehrmals mit der Kelle umrühren, damit sich das Mehl nicht am Boden absetzt. Ein Anbacken der Palatschinke am Pfannenboden kann mehrere Ursachen haben:
1) im Teig ist zu viel Zucker 2) Pfanne, Fett oder Flamme sind nicht heiß genug 3) in der Pfanne ist zu wenig Fett
Die Füllung in je einem Streifen auftragen, die Palatschinken zusammenrollen und warmstellen.
Für die Soße Milch mit Zucker und Vanille aufkochen. Inzwischen in einem kleinen Gefäß die Schokolade in der Röhre schmelzen. Die Sahne steif schlagen. Dann mit dem Schneebesen zunächst Eigelb mit Zucker glatt verrühren, dann Kakaopulver mit etwas Mehl und kalter Milch darin schaumig rühren. Die Schokolade dazugeben und dann unter schnellem Schlagen mit dem Schneebesen allmählich in dünnem Strahl die heiße Milch dazugießen. Bei mäßiger Hitze bis zum Siedepunkt erhitzen, aber nicht aufkochen! Die Soße vom Feuer nehmen und noch eine Weile rühren, dann langsam die Schlagsahne unterziehen, schließlich den restlichen Rum zugießen.
Nach Belieben je nach der Qualität der Schokolade noch etwas Puderzucker einrühren, doch sollte die Schokoladensoße nicht zu süß sein.
Die gefüllten Palatschinken auf beiden Seiten in einer Pfanne in Butter knusprig bräunen und auf eine feuerfeste vorgewärmte Platte geben. Die heiße Schokoladensoße nur im letzten Augenblick darübergießen.
TIP ZUM VEREINFACHEN (J. Still): Wem das Zubereiten der Schokoladensoße zu aufwändig ist, kauft am besten fertige Schokoladensoße im Glas (“Zartbitter”, nicht süß!) und erwärmt sie im Wasserbad.
Mehr zu ganzen Donau unter “Portrait Donau”
|