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Steile waldreiche Hänge und malerische Flusswindungen prägen das Bild in Oberösterreich, wo die Donau mit den Ausläufern des Böhmerwalds in Berührung kommt. Noch unspektakulär ist ihre erste Begegnung mit den Karpaten: Zwischen Wien und Bratislava stoßen das östliche Ende der Alpen und der nördliche Abschluss des Karpatenbogens aufeinander.  Am “Donauknie” kurz vor Budapest dreht der Strom nach Süden und tritt in die ungarische Tiefebene ein. Etwa 130 Kilometer nach Belgrad trifft die Donau erneut auf die Karpaten. Zwischen Golubac und Kladovo durchbricht sie im “Eisernen Tor” (“Derdap”) dieses gewaltige Gebirge. Wegen ihrer Felsbarrieren und Riffe war diese Strecke in früheren Zeiten für die Schiffahrt so gut wie unpassierbar. Erst der Bau eines großen Stauwerks bei Kladovo im Jahr 1972 beseitigte die Gefahren für die Schifffahrt vollständig.
Auf den letzten knapp 1000 Kilometern ihres Laufs ändert sich das landschaftliche Bild der Donau kaum mehr: Flach und breit fließt sie weitgehend unreguliert zwischen Auwäldern dahin. Seitenarme und Inseln machen sie zu einem Paradies für Pflanzen und Tiere. Siedlungen am Ufer sind seltener als am Oberlauf, denn die Anwohner ziehen aus Angst vor Hochwässern einen Platz in respektvoller Distanz vor. Der majestätische Strom erreicht hier Breiten bis zu zwei Kilometern; bei Hochwasser wird die Wasserfläche nahezu unübersehbar.
Im Delta schließlich verzweigt sich das Wasser in drei Hauptflüsse und zahllose Seitenarme: Durch den nördlichen Arm (“Chilia”) fließen 62 Prozent des Donauwassers; der südliche (“Sfîntu Gheorge”), zugleich der landschaftlich schönste, transportiert 20 Prozent davon. Der mittlere (“Sulina-Arm”) ist ein schmales, seit dem frühen 19. Jahrhundert begradigtes und so gut wie strömungsloses Gewässer, das durch ständige Ausbaggerungen für die Schiffahrt nutzbar gehalten wird. Das Gewirr von Kanälen und Kanälchen, Seen, Schilfflächen, schwimmenden Schilfinseln, Wälder und Steppen des Deltas bietet vielfältige Lebensräume für Vögel und Fische. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war das Delta wegen seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt und seines ungeheuren Fischreichtums eine der wenigen naturnah erhaltenen großflächigen Landschaften unserer Erde. Bis heute hat es mit 2.700 Quadratkilometern den größten geschlossenen Schilfbestand der Erde. (Gesamtgröße des Deltas 5.600 Quadratkilometer). Ein erster Eingriff war das staatliche Programm zum Abschuss fischfressender Vögel (1949 bis 1962). Dabei wurden ganze Brutkolonien zerstört. Auch große Fischzuchtanlagen und die industrielle Ernte von Schilf begannen das ökologische Gleichgewicht ins Wanken zu bringen. Verhängnisvoll war Ceaucescus “Programm zur vollständigen Herrichtung und Nutzbarmachung des Donaudeltas (1983)”: Zwei Drittel des Deltas sollten eingedeicht und trockengelegt werden, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Bis 1991 wurden 11,6 % des Deltas trockengelegt. Vor allem aus Geldmangel verlangsamte sich ab 1990 die Zerstörung und wurde schließlich gestoppt. Das Donaudelta ist seit 1991 UNESCO-Welterbe, seit 1993 Biosphärenereservat und Nationalpark.
Die Donau in Zahlen
Auf ihrem Weg vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer durchfließt die Donau zehn Länder oder fließt an ihren Grenzen entlang: Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Jugoslawien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien und Ukraine.
Die Donau entwässert 817.000 Quadratkilometer (der Rhein dagegen nur 225.000 km2), etwa ein Zwölftel der Fläche Europas. Von den etwa 300 Nebenflüssen sind über dreissig schiffbar. In Deutschland ist der Inn der wasserreichste Zufluss; er steuert mehr Wasser bei, als die Donau selbst mitbringt. Die wichtigsten Nebenflüsse münden zwischen Budapest und Belgrad: die Drau, die Theiß und die Save. Im Unterlauf spielt die vergleichsweise geringe Wassermenge der Hauptzuflüsse Olt, Siret und Prut keine nennenswerte Rolle mehr.
Bis Bratislava (Preßburg) liegt die Strömungsgeschwindigkeit zwischen vier und zehn Kilometern pro Stunde; ein Gefälleknick bei Gönyü verringert das Tempo im weiteren Verlauf deutlich.
Länge und Kilometrierung
“Brigach und Breg bringen die Donau zuweg”. Wenn es nach den Geographen geht, gilt das nur für den Namen der Donau, nicht aber für ihre Länge, denn sie rechnen den längsten Quellfluss, die Breg, der Donau hinzu: 2789 km (Strecke vom Zusammenfluß der beiden Quellflüsse in Donaueschingen bis zum Schwarzen Meer) plus 49 km (Länge der Breg) ergeben eine Summe von 2838 km. Die Donau ist damit nach der Wolga Europas längster Strom.
Die Kilometrierung entspricht den am Ufer stehenden Tafeln; sie erfolgt von Donaueschingen bis Ulm (Illermündung) absteigend von 201 bis 0; ab hier erneut absteigend, beginnend mit 2588. Die Zahl gibt die Distanz bis Sulina an, einer Stadt an der Mündung des mittleren Deltaarms in das Schwarze Meer.
Donauorte und Flusskilometer
2789 Donaueschingen, Zusammenfluss von Brigach und Breg 2586 Ulm 2285 Deggendorf 1929 Wien 1870 Bratislava 1647 Budapest 1170 Belgrad 1040-934 Eisernes Tor 495 Russe (Bulgarien) 150 Galati (Rumänien) 0 Sulina
Donaubrücken
Anzahl im ersten Drittel (Donaueschingen bis Bratislava): 186 Anzahl im zweiten Drittel (Bratislava bis Kladovo): 24 Anzahl im letzten Drittel (Kladovo bis zur Mündung bei Sulina): 6
Die Bahnlinie Bukarest-Constanza (Schwarzes Meer) führt über eine der interessantesten Donaubrücken. Im rumänischen Cernavoda (km 300) überquert das 1895 vollendete Bauwerk zunächst den Borcea-Arm, dann die Balta-Insel und schließlich die eigentliche Donau. Die Brücke ist insgesamt 15 km lang und hat 68 Joche, von denen das weiteste 190 Meter misst. Die größte Durchfahrtshöhe beträgt 38-40 m und ermöglichte so den zur Zeit der Erbauung noch zahlreichen Segelschiffen die ungehinderte Durchfahrt. Besonders schwierig war auf Grund des wenig tragfähigen Bodens die Fundierung, die Pfeilergründungen bis zu 31 m Tiefe unter Mittelwasser erforderte.
Kanuführer
Seit einigen Jahren neu: Der Kanuführer für die gesamte Donau vom DKV: DKV-AUSLANDSFÜHRER, Band 9, DONAU UND NEBENFLÜSSE 1. Auflage 2005, 460 S. Die Donau von der Quelle bis zur Mündung, einschließlich ihrer Nebenflüsse, Vereinsanschriften der Kanu-Vereine an der Donau in Deutschland und Österreich.
Noch mehr zur Donau unter “Bericht Donau 2000” und “Bericht Donau 2002”
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